von Nora Laubstein

Die Erfahrungsheilkunde und Traditionelle Medizin hat eine Jahrtausend alte Geschichte und wird bis heute in allen Kulturen im Sinne eines Immateriellen Kulturerbes ausgeübt. Beispielhaft seien hier die traditionelle chinesische Medizin (TCM), das „Wissen vom Leben“ (Ayurveda) aus Indien, der Schamanimus in Sibirien, am Amazonas und bei den Inuit im Eismeer, und nicht zuletzt das Heilwissen der Aborigines in Australien genannt.
Im mitteleuropäischen Kulturkreis ist diese Tradition von Hippokrates, Galen über Hildegard von Bingen, dem großen Paracelsus bis zu Pfarrer Kneipp, Pastor Felke, Rudolf Steiner und vielen anderen bekannten Vertretern der modernen Erfahrungsheilkunde und Traditionellen Medizin lebendig.
Erstmals wurde in Europa 1241 n. Chr. durch Kaiser Friedrich II das Edikt von Salerno als Medizinalordnung erlassen, die Ausbildung, Prüfung und Bezahlung eines Arztes regelte. Karl der IV. gründete 1348 in Prag die erste deutsche Universität, die auch über eine medizinische Fakultät verfügte. Ansonsten waren in Deutschland Erfahrungs- und Laienheilkunde traditionell verbreitet.

Forschungsstand und Endpunktanalyse klinischer Studien zur Wirksamkeit des heterodoxen Verfahrens Shiatsu Dissertation zur Erlangung des akademischen Grades Doktor der Philosophie

(Dr. phil.), vorgelegt von Andrea Kleinau

Zusammenfassung:

Shiatsu, eine japanische Lebensform und ein Behandlungsverfahren der Körperarbeit zugleich, hat auf dem sogenannten zweiten Gesundheitsmarkt in den letzten Jahrzehnten in Europa einen festen Platz eingenommen im Zuge einer Integration fremdkultureller Konzepte in die Eigenkultur. Dabei kann in dieser Arbeit belegt werden, dass das Verfahren selbst bereits kulturelle Verflechtungen in sich trägt und Anteile anderer Kulturen übernommen hat, so auch der deutschen Lebensform. Eine kontinuierliche Weiterentwicklung einer Vielzahl medizinischer Erkenntnisse und Praktiken japanischer Mediziner ist verantwortlich für die Herausbildung des heutigen Shiatsu.

Bericht vom 2. Europäischen Kongress für Naturheilkunde, Alternativ- und Komplementärmedizin, 5.- 6.9.2015 in Winterthur - von Nora Laubstein

Auf dem diesjährigen QuinMedica-Kongress im Anton-Graff-Haus trafen sich Anwender, Hersteller, Ausbildungsinstitute und versierte Laien, um zum Thema „Jung & Alt“ Erfahrungen auszutauschen und den gut besuchten Fachvorträgen zu lauschen. Den Startschuss gaben die ausführlichen Grußworte von Michael Künzle (Stadtpräsident Winterthur) und der Kantonsrätin Prisca Koller aus Zürich.

Berufspolitisch konnte dieser Kongress nicht besser terminiert werden: Seit dem 4. September 2015 ist auch der zweite staatlich anerkannte CAM-Beruf in der Schweiz Realität. Seit dem April dieses Jahres gibt es den Beruf „Naturheilpraktiker“ (OdA-AM=Alternativmediziner) – und ab sofort auch den „Komplementärtherapeut“ (OdA-KT)! Damit ist die Schweiz europaweit das erste Land, das über zwei staatlich anerkannte Berufe mit staatlich anerkannten Ausbildungen im Bereich Komplementär- und Alternativmedizin (CAM) verfügt.

Der Dachverband Komplementärmedizin Dakomed — Pressemitteilung vom 4. Mai 2015

Das Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation (SBFI) hat am 28. April 2015 die Höhere Fachprüfung für Naturheilpraktikerin und Naturheilpraktiker genehmigt. Dadurch entsteht ein schweizweit anerkannter und geschützter Titel: Naturheilpraktikerin mit eidg. Diplom / Naturheilpraktiker mit eidg. Diplom. Der Beruf kennt vier spezifische Fachrichtungen: Ayurveda-Medizin, Homöopathie, traditionelle chinesische Medizin TCM und traditionelle europäische Naturheilkunde TEN. Damit ist eine der Kernforderungen zum Verfassungsartikel 118a Komplementärmedizin, nämlich die Schaffung von nationalen Diplomen für die nichtärztlichen Berufe der Komplementärmedizin, für eine erste Berufsgruppe erfüllt.

Bericht von Dr. Ricarda Dill (ANME e.V.)

Auf Einladung des Vereins Artgerechte Tiergesundheit e.V. trafen sich am 18./19.6.2014 in Hattersheim etwa 30 Vertreter von Berufsverbänden aus 5 europäischen Staaten, um über die Herausforderungen für die Zukunft der Tiergesundheitsberufe und Ausbildungsinstitute zu beraten. Vertreter aus Deutschland, Großbritannien, Frankreich, Schweiz und Österreich einigten sich darauf, Qualitätsstandards für die Ausbildung, Prüfung und Ausübung der folgenden Berufe bzw. Berufsfelder zu entwickeln: Dentistik für Pflanzenfresser, Hufpflege und Huftechnik, manuelle Therapien (Osteopathie, Physiotherapie, Chiropraktik, Dorn-Therapie), Tierheilpraktiker, Hundetrainer und Tierverhaltenstherapeuten.