Was sind Nosoden?

Nosoden sind homöopathische Arzneimittel deren Ausgangssubstanz aus Krankheitserregern, Krankheitsprodukten oder kranken Geweben bestehen. Diese Ausgangssubstanzen werden nach den Vorschriften des Deutschen Arzneimittelbuches HAB oder des Europäischen Arzneimittelbuches Ph.Eur. verarbeitet.

Welche Bedeutung haben Nosoden innerhalb der Einzelmittel-Homöopathie?

Nosoden sind heute ein unverzichtbarer Bestandteil bei der Behandlung chronischer Erkrankungen geworden. Ihr Einsatz bringt häufig selbst festgefahrene Krankheitszustände wieder in Schwung, was gerade bei austherapierten Patienten eine wichtige Option sein kann.

Seit wann werden Nosoden verwendet?

Der Wortstamm „Noso“- kommt aus dem Griechischen und bedeutet so viel wie „Krankheit“; Constantin Hering führte ab 1832 die arzneiliche Verwendung potenzierter Krankheitsprodukte in die Einzelmittel-Homöopathie ein und prägte den Begriff der Nosode.

Welcher Unterschied besteht zwischen einer Impfung und einer Nosodenbehandlung?

Impfungen zielen auf die Bildung spezifischer Antikörper durch das Immunsystem ab. Die Behandlung mit Nosoden erfolgt nach dem homöopathischen Prinzip „Ähnliches möge mit Ähnlichem geheilt werden“, und setzt damit auf die ganzheitliche Regulationsfähigkeit des lebenden Organismus.

Wie werden Nosoden angewendet?

Der therapeutische Einsatz von Nosoden erfolgt entweder als Einzelmittel, oder auch in Kombination. Daneben finden Nosoden Anwendung in homöopathischen Komplexmitteln, Bioresonanz-Therapieformen und der Elektroakupunktur nach Voll.

Was bedeutet die drastische Reduzierung der bekannten und bewährten Nosoden für die Patienten?

Bisher selbstverständliche und in der Praxis bewährte Arzneimittel stehen den Therapeuten und Patienten zunehmend nicht mehr zur Verfügung.

Wie steht das deutsche Arzneimittelrecht zu den Nosoden?

Obwohl pharmakologische Eigenschaften homöopathischer Arzneien von den Zulassungsbehörden generell in Frage gestellt werden, gelten für Nosoden extrem verschärfte Herstellungsvorschriften zum Patientenschutz, die die Sicherheit und Nicht-Infektiosität gewährleisten sollen.

Gibt es dazu einen Unterschied zum europäischen Arzneimittelrecht?

Die zuständige EU-Behörde führt derzeit nur noch eine einzige Nosode in ihrer „Liste“.

Warum ist der Bestand von therapeutisch einsetzbaren Nosoden so drastisch reduziert worden?

Durch aufwendige Vorschriften zur Marktzulassung und die immer anspruchsvolleren, wissenschaftlich nicht nachvollziehbaren Anforderungen an die Produktion werden die Herstellerfirmen unter massiven wirtschaftlichen Druck gesetzt. Dies führt zu einer Reduzierung oder Aufgabe des Nosodenangebotes. Übrig bleiben nur jene Nosoden, deren Umsatzzahlen hoch genug sind, um wirtschaftlich zu sein. Es ist zu vermuten, dass Nosoden als homöopathische Arzneimittel nicht gewollt sind.

Ist die Behandlung mit Nosoden eine Anwendung im Sinn eines immateriellen Kulturerbes?

So wie die meisten naturgemäßen Behandlungssysteme und Methoden stellt auch die Einzelmittel-Homöopathie mit all ihren Arzneimitteln ein Kulturerbe im Sinne der UNESCO dar. Sie sind ein wertvoller Schatz zur Behandlung von Patienten in der ganzen Welt geworden und sollten als solche auch in Zukunft gewürdigt werden.

Welche Perspektiven eröffnen sich für den Einsatz der Nosoden?

Resistenzen auf Antibiotika (AMR), neue Keime und Zivilisationskrankheiten nehmen rasant zu. Mit dem Einsatz dieser bedeutenden Arzneimittel der Einzelmittel- Homöopathie können chronische Erkrankungen besser behandelt werden. Gerade bei der Bewältigung dieser Herausforderungen sind Nosoden eine wichtige Hilfe zur gesundheitsfördernden Behandlung von Patienten.
Die behördlichen Vorgaben sollten daher dringend überprüft und im Sinne einer positiven Förderung einer Erweiterung des Angebotes neu formuliert werden.